Info-Veranstaltung zu Nekane: Mi. 30. November 2016

Mittwoch, 30. November 2016, um 19:30 Uhr im "Grünen Saal" 
des Volkshaus in Zürich (beim Helvetiaplatz)

Mit grosser Anspannung warten wir alle, und ganz besonders Nekane und ihre Familie und Freundinnen, auf die erstinstanzlichen Entscheide betreffend des spanischen Auslieferungsgesuchs und des Asylgesuchs, das sie gestellt hat. Diese Entscheide sollten in den kommenden Tagen fallen.

In jedem Fall werden wir eine Informationsveranstaltung in Zürich zu Nekanes Situation durchführen (hoffentlich mit ihr!):

  • Ihre Anwältin Stephanie Motz wird uns den Stand der Dinge der juristischen Lage erklären und über allfällige nächste Schritte informieren (je nachdem ob eine Freilassung oder ein Rekurs an die zuständigen Gerichte ansteht). Sie wird auch einen kurzen Überblick über die Folter und sexualisierte Gewalt in Nekanes Fall und ihre Auswirkungen auf Nekane geben.
  • Regula Flury, Psychologin und Expertin zum Thema Folter und sexualisierte Gewalt, wird zum Thema Folter und sexualisierte Gewalt als systematisches Mittel in Verhörsituationen reden.

Grussbotschaft von Nekane zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen (25. November)

Liebe Frauen, Liebe Genossinnen

Die sexistische Gewalt ist die Waffe des Patriarchats gegen uns Frauen. Von zu vielen von uns wurden die Körper geschändet, um uns unsere Würde wegzunehmen.
Wir wurden von der Polizei, Ehemännern, Pfarrer, Politiker, Familienangehörigen, Lehrer, Medien oder irgendjemandem gedemütigt und angegriffen. Aber diese Gewalt ist kein Unfall oder von irgendein ausser Kontrolle geratener Akt, sondern sie ist strukturell. Während 5 Tagen „incommunicado Haft“ hat die spanische paramilitärische Guarda Civil meinen Körper als politisches Kriegsfeld benutzt. Sie mussten mich wegen meinen politischen und sozialen Überzeugungen bestrafen und als Frau und Feministin haben sie mich in meinem Tiefsten verletzt, weil ich mich gegen die Unterdrückung und Herrschaft wehrte. Weil ich nicht die aufgezwungene Rolle der patriarchalen Struktur akzeptierte.
Ich schaffte es damals lebendig aus diesem „Kommissariat“ rauszukommen und gegen die erlebte sexuelle Folter weiter anzukämpfen. Leider können sich zu viele Frauen nicht wehren und das muss eine Ende haben!

Rebellieren wir! Lassen wir nicht unsere Körper als politisches Ausbeutungs- und Unterdrückungsfeld benutzt werden. Zerstören wir alle Mechanismen, alle kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Regeln und Verbote welche unsere Körper zu kontrollieren versuchen.

Zusammen sind wir stark und unaufhaltsam!

Der heutige Tag Gegen Gewalt an Frauen ist nicht nur ein Anlass alle sexistischen Angriffe zu denunzieren. Heute machen wir einen Schritt um den feministischen Widerstand gegen das Patriarchat voran zutreiben. Ich appelliere an alle Frauen für eine feministische Revolution aufzustehen, sich zu organisieren und zu kämpfen! Ich bin dabei!

Mit feministischen revolutionären Grüssen!

Nekane

Brief von Nekane zur Demo in Bern am 24.9.16

Meine Lieben
Zuerst will ich mich für eure Solidarität und Stellungnahmen zu meinem Fall bedanken. Während dieser fast 7 Monate habe ich verschiedene Seiten der Schweiz kennen gelernt: Die bürokratische aber auch die solidarische – in einander entgegengesetzter Position. Die Bürokratie sieht die Beziehungen zum spanischen Folterstaat als prioritär an und will mich wegen meiner politischen, sozialen und feministischen Einstellungen erneut bestrafen. Obwohl zahlreiche Beweise und Berichte meine Folter bestätigen, obwohl Antifolterorganisationen wie die OMCT, Humanrights und Amnesty International mich als Folteropfer anerkennen, wollen mir die Schweizer Behörden nicht glauben.

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WOZ: «Teufelskreis aus Angst und Stress»

Seit April sitzt die baskische Aktivistin Nekane Txapartegi in Auslieferungshaft. In Spanien drohen ihr fast sieben Jahre Haft. Die WOZ hat sie im Frauengefängnis in Dielsdorf besucht.

Von Merièm Strupler

Im Kostüm baskischer Karnevalsvorboten: Solidaritätsdemonstration für Nekane Txapartegi am 24. September in Bern. FOTO: FRANZISKA ROTHENBÜHLER

Im Kostüm baskischer Karnevalsvorboten: Solidaritätsdemonstration für Nekane Txapartegi am 24. September in Bern.
FOTO: FRANZISKA ROTHENBÜHLER

Hinter der Trennscheibe sitzt eine zierliche Frau mit braunen, schulterlangen Haaren. Die Trennscheibe geht bis zur Decke hoch, teilt den ohnehin schmalen, kargen Raum in zwei Hälften. Die Frau auf der anderen Seite ist Nekane Txapartegi. Jahrelang war die 43-jährige Aktivistin auf der Flucht vor dem spanischen Staat, bis sie im April in Zürich verhaftet wurde. Hier im Frauengefängnis Dielsdorf haben wir exakt sechzig Minuten Zeit. Weiterlesen

Nekane wurde nach Zürich verlegt!

Seit Dienstag, 8. November sitzt Nekane wieder in Zürich im Knast! Schickt eure Briefe und Postkarten ab sofort an:

Nekane Txapartegi
Gefängnis Zürich
Rotwandstrasse 21,
Postfach
8036 Zürich

Absender nicht vergessen, sonst kommt euer Brief nicht an!

Schreibt Nekane oder grüsst sie per Radio! Mehr dazu unter: www.freenekane.ch/solidaritaet/kontakt-mit-nekane

Zürich, Bern und Basel: Demo am „Tag X“ FREE NEKANE

In den nächsten Wochen wird ein erstinstanzlicher Entscheid bezüglich Nekanes Auslieferung erwartet. Falls Nekane freikommt, organisieren wir natürlich ein grosses Fest. Falls der Schweizer Staat sie ausliefern will, gehen wir gemeinsam auf die Strasse gegen Folter, sexuelle Gewalt und für die sofortige Freilassung von Nekane!

Achtet auf Ankündigungen und informiert euch in den sozialen Medien!

Bern: facebook.com/events/1146482682113678

Basel: facebook.com/events/1045787235530034

Zürich: facebook.com/events/1789251494647827