Botschaft von Nekane zum Frauenkampftag

In diesen Tagen wo immer mehr Misogyne, Rassisten, Konservative, Faschisten, homo- und transphobe Männer an die Macht kommen, ist es wichtig, dass wir Frauen ein feministisches, politisches Subjekt bilden um das Herrschaftssystem von unten zu kippen.

Während viele den Feminismus als etwas, das zu „Weissen-Bonzen-Frauen“ gehört denken, haben wir Frauen jahrelang gezeigt, dass Frauenkampf und Feminismus revolutionäre Perspektiven haben.

Der Feminismus stellt alle Beziehungsmodelle in Frage und sprengt alle Machtstrukturen, um so nicht nur die Gleichberechtigung zu erreichen, sondern auch die Freiheit aller Personen und Identitäten.

Die Frauen, die dem heutigen Tag den Namen gaben, zeigten, dass Frauenkampf auch Klassenkampf ist. Neu zeigen die Frauendemonstrationen auf der ganzen Welt  auch, dass Frauenkampf antirassistisch ist. Und aktuell hier zeigen wir, dass Frauenkampf auch internationale Solidarität bedeutet.

Vor dem rassistischen Heteropatriarchat, das uns der Kapitalismus aufzwingt, müssen wir Frauen mit anderen Kämpfen und Bewegungen gemeinsam Widerstand leisten. Der radikale Feminismus ist der, der gegen die Homo- und Transphobie, die Unterdrückung und Ausbeutung von Klasse, ethnischer Herkunft und Spezies kämpft. Es ist der Kampf gegen den Kapitalismus und Imperialismus. In neoliberalen und globalisiertenen kapitalistischen Zeiten ist die Individualisierung ein Fakt. Deswegen es ist wichtig, kollektiv zu denken und gemeinsam zu kämpfen.

Der Feminismus gibt uns Instrumente, um gegen die Aufspaltung, die der Neoliberalismus gegen Personen ausübt, zu kämpfen. Der Feminismus gibt uns die Möglichkeit, uns zu vernetzen, ein so starkes Netz zu bauen, dass wir eine radikale Änderung herbeiführen. Nämlich eine feministische, internationale und Herkunfts-Klassen-Gender-Befreiungs-Subjekt-Bewegung, die uns alle depatriarchalisiert und zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft führt.

Auf diesem Weg brauchen wir alle, die mit unserer feministischen Strategie und Perspektive einverstanden sind. Alle vom kapitalistischen Heteropatriarchat unterdrückten und diskriminierten Jugendlichen, Arbeiter*innen, Alten, Behinderten, Trans- und Homomenschen, Geflüchteten, Gefangenen… alle gemeinsam um überall zu agieren. So muss der Frauenkampf auch abolitionistisch werden und sein. Der Kampf richtet sich gegen alle Gefängnisse und Asylzentren, die dazu gebaut wurden um uns zu brechen und gegen alle Unterdrückungsformen in ihrer ganzen Rohheit. Die müssen alle verschwinden!

Mit Kapitalismus und Patriarchat redet man nicht, man bekämpft sie! Wir benutzten unsere Wörter, um unsere Zukunft zu schreiben. Weil wir die Töchter von Frauen sind, die nicht verbrannt wurden, sind wir die Mütter der Töchter die nicht dominiert, gehalten und gebremst werden können.

Der kollektive Kampf wird uns befreien! Gemeinsam sind wir stark und unaufhaltsam! JO TA KE!

Nekane, 8. März 2017