Vier Jahre seit meiner Verhaftung in der Schweiz: vier Jahre der Ungewissheit

Brief von Nekane für euch alle:

Heute vor vier Jahren, am 6. April 2016 wurde ich in Zürich auf dem Pausenhof meiner Tochter verhaftet. Zwischen den beiden Stickern «Free Nekane» und «Nekane bleibt frei» sind also vier Jahre vergangen und in dieser Zeit ist viel passiert.

Nach der siebzehnmonatigen Isolation in Schweizer Gefängnisse ging die politische Verfolgung weiter. Mitten in der Aufregung für die Vorbereitung als 1. Mai-Hauptrednerin 2018 erfuhr ich, dass das Sondergericht Audiencia Nacional ein neues Verfahren gegen mich ankündigt. Doch ich liess mich nicht einschüchtern und denunzierte an der 1. Mai-Schlusskundgebung auf dem Sechsenläutenplatz die Existenz politischer Gefangener weltweit. Nach dieser Rede drohte mir ein in der Schweiz lebender spanischer Faschist und ehemaliger Beamter der Guardia Civil in einer spanischen Zeitung, mir solle meine Aufenthaltsbewilligung entzogen werden. Ein Jahr verging mit dieser konstanten Ungewissheit, wie es weitergehen wird.

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11.3.20: Veranstaltung & Konzert im Ziegel oh Lac (Rote Fabrik)

Am 11. März 2020 Infos zur Repression gegen Bask*innen und live Musik aus dem Baskenland!!!!

Ab 21 Uhr in Ziegel Oh Lac (Rote Fabrik).

Nekane bleibt frei: Die politische Verfolgung von Nekane geht weiter. Das spanische Sondergericht «Audiencia Nacional» erliess im November 2019 eine internationale Fahndung und einen Haftbefehl gegen Nekane, sie könnte jeden Tag verhaftet werden.

Nekane und ihr Umfeld befinden sich permanent in dieser Bedrohungssituation

21:00 Uhr: Kurze Infoveranstaltung zur aktuellen Situation und was kann die feministische Bewegung und eine internationale Solidarität dieser Gewalt entgegensetzen?

21:30 Uhr: Musik von der baskischen Band LIHER

Eintritt Kollekte

Le Courier: Nekane Txapartegi: «Pourquoi m’ont-ils fait ça?» (inkl. Übersetzung)

Interview mit Nekane im Le Courrier, auf die Schnelle übersetzt:

Nekane Txapartegi: “Warum haben sie mir das angetan?”

Originalartikel: https://lecourrier.ch/2020/02/06/nekane-txapartegi-pourquoi-mont-ils-fait-ca/

Von Michelle Langrand.
Die baskische Aktivistin Nekane Txapartegi ist erneut Ziel eines Auslieferungsgesuchs Spaniens, obwohl sie von der Guardia Civil gefoltert wurde.

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areaonline.ch: Vita da perseguitata (italienisch)

di Tullio Togni

«Mi chiamo Nekane Txapartegi: perseguitata, fuggitiva, rifugiata politica basca. E anche mamma e femminista». È “una storia nella storia”, una biografia in costruzione e già segnata dal tempo, che trova le sue radici nella guerra civile spagnola vinta dai falangisti o forse prima ancora. Una storia che percorre i 36 anni del regime dittatoriale di Franco, la cosiddetta transizione alla democrazia e uno fra i conflitti interni più longevi d’Europa, quello fra lo Stato spagnolo e l’organizzazione clandestina indipendentista Eta (Euskadi ta Askatasuna/Paese Basco e Libertà), terminato – almeno sul piano militare – con la cessazione dell’attività armata da parte di quest’ultima nel 2011 e la successiva dissoluzione nel 2018.

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Barabend für Nekane (Innsbruck)

Dienstag, 28. Januar 2020 von 19:00 bis 23:30

Cafe DeCentral, Hallerstrasse 1, 6020 Innsbruck

Liebe Freundinnen*

Der Barabend an diesem Dienstag ist ein Soli-Barabend. Es gibt was Leckeres zu Essen und tolle Getränke – die Kollekte kommt Nekane, einer politischen Freundin in grossen Schwierigkeiten zugute! Es wäre also toll wenn ihr kommt. Wir haben ein kleines informatives Programm vorbereitet, Nekane kann zwar leider nicht dabei sein – da reisen für sie sehr schwierig ist, aber sie wird per Video von ihrer aktuellen Situation erzählen und ihr könnt ihr Fragen stellen.

Kurz über sie, damit ihr wisst worum es geht:

Nekane Txapartegi war Stadträtin in der baskischen Kleinstadt Asteasu. 2007 ist sie aus Spanien geflohen, weil

  • sie von der spanischen paramilitärischen Polizei Guardia Civil 1999 entführt und fünf Tage in einer Kontaktsperre vollkommen ausgeliefert war, ohne Kontakt zu einer Anwältin, einer Ärztin ihres Vertrauens oder zu ihren Angehörigen.
  • sie von der spanischen Polizei brutal gefoltert und sexuell misshandelt wurde.
  • sie von der spanischen Polizei gezwungen wurde, ein falsches Geständnis zu unterzeichnen.
  • sie von der spanischen Justiz wegen des unter Folter erzwungenen Geständnis in einem Massenprozess 2007 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde. Sie hat sich geschworen, nicht in die Hände ihrer Peiniger zurückzukehren.

Nach ihrer Flucht lebte Nekane mit ihrer Tochter in Zürich. Am 6. April 2016 wurde sie in der Schweiz festgenommen, denn das spanische Gericht hatte einen Auslieferungsantrag an die Schweiz gestellt. Nekane rekurrierte mit ihren Anwält_innen gegen die Auslieferung und stellte ein Asylgesuch. Während der ganzen Zeit blieb sie eingesperrt in verschiedenen Gefängnissen in Zürich. Viele Menschen solidarisierten sich mit Nekane und forderten ihre Freilassung. Die Kampagne FREE NEKANE organisierte unzählige Demos und Veranstaltungen, informierte die Öffentlichkeit und wehrte sich dagegen, dass die Schweiz eine Überlebende von sexualisierter Folter an ihre Peiniger ausliefert.

Der Europäische Menschenrechtshof in Strassburg hat Spanien bereits acht Mal verurteilt, weil Foltervorwürfe nicht untersucht und die Verantwortlichen nicht angeklagt werden.

Durch den Druck der Öffentlichkeit kam Nekane im September 2017 frei, denn das Auslieferungsgesucht wurde zurückgezogen!

Nun hat am 12.11.2019 das spanische Sondergericht Audiencia Nacional wieder einen internationalen Haftbefehl gegen Nekane Txapartegi ausgestellt und konfrontiert die Schweiz erneut mit einem Auslieferungsantrag. Der Haftbefehl basiert einzig auf der Begründung, Nekane hätte falsche Papiere gehabt – dies sei ein Beweis für ihre ETA-Mitgliedschaft. Der spanische
Staat setzt damit die politische Verfolgung der baskischen Aktivistin fort, die 1999 im Folterkeller in Madrid begonnen hat.

Nekane darf nicht ausgeliefert werden!!

Wir wollen uns mit Nekane solidarisieren und sie unterstützen! Sie soll nicht an Geldproblemen verzweifeln und wissen, dass überall auf der Welt Menschen für sie da sind, auch hier in Tirol! Gegen sexualisierte Gewalt! Gegen Bullen und Knäste! Freiheit für Nekane und alle anderen!!!!

https://www.freenekane.ch/

“Un violador en tu camino” — Performance en Zurich (Suiza)

Acción en solidaridad feminista con nuestras compañeras en Chile, todas las mujeres* en resistencia en el mundo y Nekane Txapartegi, feminista y activista vasca torturada y perseguida por el estado español. La violencia estructural y la opresión patriarcal, capitalista y racista no entienden de fronteras y ¡nuestra lucha tampoco!

Aktion in feministischer Solidarität mit unseren Compañeras in Chile, allen Frauen* im Widerstand weltweit und Nekane Txapartegi, baskische Feministin und Aktivistin, gefoltert und verfolgt durch den spanischen Staat.
Strukturelle Gewalt und patriarchale, kapitalistische und rassistische Unterdrückungen kennen keine Grenze. Unser Kampf auch nicht!

LoRa: Interview mit Nekane

Sonntag, 24. November, 18 Uhr im Offenen Politkanal auf Radio LoRa 97.5 MHz
Wiederholung am 25. November 7-9 Uhr und 22-00 Uhr

20 Jahre feministischer Kampf gegen die politische Verfolgung
Vor 20 Jahren nahm Nekane Txapartegi einen grossen Kampf auf: den Kampf gegen den Folterapparat des spanischen Staates. Das bedeutet, die Folter nicht nur zu überleben, sondern zu benennen und öffentlich zu machen – sich nicht brechen und nicht zum Schweigen bringen zu lassen. Nekane führt diesen Kampf bis heute: auch für jene Frauen, die die Folter nicht überlebt haben und jene, die nie darüber sprechen konnten. Es ist ein kollektiver feministischer Kampf, aus dem viele Frauen in den letzten 20 Jahren Kraft geschöpft haben.

WOZ: Der lange Arm der spanischen Justiz

21.11.2019, Lorenz Nägeli, https://www.woz.ch/1947/nekane-txapartegi/der-lange-arm-der-spanischen-justiz

Letzten Mai eröffnete Spanien ein neues Verfahren gegen die in der Schweiz lebende baskische Aktivistin Nekane Txapartegi. Am 12. November erging ein internationaler Haftbefehl und nur kurz darauf ein Auslieferungsantrag. Bereits im Mai war ein Rechtshilfeersuchen bei der Schweiz eingegangen.

Dieses basierte erneut auf einem 1999 unter Folter erzwungenen Geständnis, aufgrund dessen Txapartegi der Eta-Mitgliedschaft bezichtigt wird. Im Gegensatz dazu beruft sich die spanische Justiz nun auf neue Anklagepunkte. Im Fokus stehen die Papiere, mit denen Txapartegi nach ihrer Flucht aus Spanien 2007 unter falscher Identität in der Schweiz lebte. Gemäss der Menschenrechtsorganisation Augenauf nennt der neue Haftbefehl «als alleinigen Vorwurf den Besitz von gefälschten Papieren». Es sei bemerkenswert, «dass der spanische Staat ein Delikt verfolgt, das in der Schweiz stattgefunden hat»: Damit beanspruche er eine extraterritoriale Wirkung seiner Gesetze.

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