Redebeitrag von solidarischen Feministinnen an der Demo vom 24.9.2016

Liebe  Nekane

Frauen die Kämpfen sind Frauen die Leben

Dieser Titel aus den 80iger Jahren ist heute so aktuell wie damals. Weltweit nehmen die Angriffe auf Frauen zu, aber auch die kollektiven Kämpfe der Frauen gegen Patriarchat und Kapital. In Indien als Pink Sari Revolution, auf den Philippinen formiert als Makibaka und  in Kurdistan als Kongra Gel und YPJ verteidigen Frauen mit der Waffe in der Hand ihr Leben, ihre Würde und ihre Ideale für eine andere Gesellschaft.

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P.S.: Rechtsstaat mit Fragezeichen

Nekane Txapartegi sitzt in Auslieferungshaft in Dielsdorf. Der spanische Staat verurteilte sie wegen Unterstützung der baskischen Terrororganisation ETA. Doch es gibt Berichte über Folter in spanischen Untersuchungsgefängnissen – nun musste sich auch der Bundesrat dazu äussern.

von Tim Rüdiger

Die Frage lässt aufhorchen. Letzte Woche wollte Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne) vom Bundesrat wissen, ob er über Foltervorwürfe gegen den spanischen Staat sowie mehreren Verurteilungen durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Kenntnis sei. Er fragte auch, ob die Schweiz in der Rechtshilfe davon ausgehe, dass Spanien die Antifolterkonvention immer eingehalten habe.

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Aufruf von Nekane für die Demo vom 24.9.16

Liebe FreundInnen und GenossInnen

Seit mehr als 5 Monaten habt ihr die Isolation und Dispersion, die ich im Gefängnis erlebe durchbrochen. Mit euren Briefen, Grüssen, den Kontaktaufnahmen per Radio, den Besuchen und Mobilisierungen habt ihr die schönsten Beispiele der internationalen Solidarität gezeigt. Jede eurer Aktionen gibt mir Mut und Kraft weiter zu kämpfen. Ich bedanke mich herzlich bei euch. An der Demo vom nächsten Samstag, 24. September werde ich nicht physisch teilnehmen können, aber ich werde dennoch Teil der Mobilisierung sein. Lassen wir von uns hören und die Auslieferung an den spanischen Folterstaat verhindern!

Wir sehen uns! Bis bald!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

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Expertos europeos certifican el relato de torturas de Txapartegi

Dos expertos europeos se suman a la larga lista de personalidades que constatan que la práctica de la tortura ha sido algo habitual en el Estado español. En concreto se trata de Jean-Pierre Restellini, médico forense que formó parte del Consejo de Europa, y de Gerald Staberock, secretario general de la Organización Mundial contra la Tortura.

http://www.naiz.eus/eu/hemeroteca/gara/editions/2016-09-21/hemeroteca_articles/expertos-europeos-certifican-el-relato-de-torturas-de-txapartegi

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Brief von Nekane

Diesen Brief richtet Nekane an alle solidarischen Menschen. Auf ihren Wunsch veröffentlichen wir ihn leicht redigiert:

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“Liebe Leute

Ich wollte euch schon lange Schreiben, aber ich war damit beschäftigt, mich gegen die alltägliche Schikane zu wehren. Von Anfang an hat die Direktorin versucht, die Besuche als ein Geschenk an mich darzustellen. Sie wollte mir unser Recht, uns zu umarmen als einen Gefallen präsentieren. Aber ich habe ihr schön erklärt, dass sie mir nichts schenkt, sondern dass das mein Recht ist. Das ist ein verbotenes Wort hier: Rechte. Sie kennen hier nur Strafen, Verbote und Drohungen. Ich darf nicht im Hausdienst arbeiten, da ich zu viel “Propaganda ¨für unsere Rechte mache”. Als ich nach einer schriftlichen Begründung fragte, waren es dann aber andere Gründe: Ich bekomme zu viel Besuch und es passt nicht. Unter der Woche kann ich an ausbeuterischen Beschäftigungen teilnehmen. Entgegen meinen Prinzipien und nur um soziale Kontakte zu garantieren, mache ich Scheiss-Jobs für etwa 5.- Franken am Tag. Meistens bekommen wir Handschuhe aus Malaysia, die wir auspacken müssen. Dann kleben wir eine Etikette drauf und packen sie wieder in Schachteln. Später werden sie dann als “Made in Switzerland” verkauft. A la suisse – das Kapital kennt weder Ethik noch Moral… Diese Woche bereiten wir Werbung für eine Eröffnung von “Chickeria” vor. Es ist zum Kotzen, wie viel Geld es gibt für so etwas, während Flüchtlinge vor Chiasso im Park wohnen. So motiviert gehe ich arbeiten, aber leider ist das die einzige Möglichkeit, um nicht total isoliert zu sein.

Die Wochenenden sind sehr belastend, da wir 23 Stunden pro Tag in der Zelle eingesperrt sind. Die WärterInnen teilen uns das Essen durch die Türklappe aus und sie sind die inzigen “Personen”, die ich in dieser Zeit sehe. Ich bin gezwungen, mit meinen EntführerInnen Kontakt zu pflegen, aber ich rede und frage nur das nötigste – die sind nicht meine FreundInnen!
Zum Juristischen: Die Anhörungen bezüglich des Asylgesuchs sind fertig und die letzte Klagen und Informationen gegen die Auslieferung wurden präsentiert. Die Asyl-Befragungen waren anstrengend, da ich Menschen, die viele Vorwürfe gegen mich erhoben von meinen Folter-Erfahrungen erzählen. Manchmal fühlte ich mich erneut gefoltert, weil sie mir nicht glaubten und ich das Gefühl hatte, dass die befragende Person die Absicht hatte, mir Lüge zu unterstellen. So ist die Schweizer Neutralität…
Ich hoffe, dass bald ein Entscheid gefällt wird, weil das Warten mir Kraft raubt.
Ich habe auch einen Brief an Marco geschrieben. Ich habe vor Längerem sein Buch gelesen und ich freue mich, dass er endlich raus kommt. Vielleicht treffen wir uns bald!

Ich höre sehr gern Lora, eure Grüsse und die Musik bringen mir die Solidarität in meine Zelle 😉

Mit herzlichen Grüssen, Nekane”