Nekane am 1. Mai 2018 in Zürich

Nekane ist Hauptrednerin am 1. Mai in Zürich und beteiligt sich an zwei Veranstaltungen. Sie freut sich, euch an einer der verschiedenen Gelegenheiten zu treffen!

Samstag, 28. April 19:00 bis 20:30 Uhr, Glaspalast/Kasernenareal, Kanonengasse 20
Frauen – Gefängnis – Exil

Radiotalk (wird live gesendet auf LoRa 97.5 Mhz) mit einer Aktivistin aus der Frauenbewegung im Baskenland (Bilgune Feminista-Kampagne Etxera) und Paola Salgado, Rechtsanwältin aus Kolumbien, feministische Aktivistin im Exil. Moderation: Nekane Txapartegi
Der Kampf der Frauen führt fast immer zu repressiven Reaktionen. Wenn die Frauenbewegung in der Gesellschaft laut und deutlich Widerstand leistet, reagiert das patriarchale System mit Abwertung, Diffamierung und Gewalt. Diese Reaktionen werden nicht selten zu Staatspolitik und somit zu Staatsterrorismus. Die Gastreferentinnen werden über die Situation in Kolumbien und Baskenland berichten. Die Moderatorin Nekane Txapartegui, Hauptrednerin beim 1. Mai, wird das Gespräch führen und dabei aus ihrer eigenen Erfahrung im Exil und in Schweizer Gefängnissen berichten.
Das Gespräch wird auf Spanisch geführt und am Radio übertragen, sowie vor Ort auf Deutsch übersetzt.

FRAUEN – GEFÄNGNIS – EXIL*

 

Dienstag, 1. Mai, Demonstration, Besammlung 10:00 Uhr, Helvetiaplatz, Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz
Rednerin an der Schlusskundgebung 2018: Nekane Txapartegi

Nekane Txapartegi war 1999 Gemeinderätin der linksgerichteten Partei Herri Batasuna in der kleinen baskischen Gemeinde Asteasu, als sie von der Guardia Civil verhaftet wurde. Von der berüchtigten paramilitärischen Polizei Spaniens wurde sie fünf Tage lang in Isolationshaft gehalten. In dieser speziellen Form der Untersuchungshaft sind sämtliche Kontakte zur Aussenwelt blockiert. Es besteht auch keine Möglichkeit, eine Anwältin oder einen Anwalt zu sehen. Während der ganzen Zeit wurde sie zwischen den Verhören schwer gefoltert und vergewaltigt. Die Tortur hatte erst ein Ende, als sie ein von der Guardia Civil formuliertes Geständnis unterschrieb. Ihr Rechtsanwalt reichte wegen der erlittenen Folter Beschwerde ein. 2001 wurde entschieden, nicht
darauf einzutreten. Nach neun Monaten Haft wurde die Baskin auf Kaution freigelassen. Sie arbeitete danach als Journalistin für die Zeitschrift „Ardi Beltza“, bis diese von den Behörden verboten wurde. Erst 2008 kam es zur Gerichtsverhandlung. Nekane Txapartegi wurde in einem international kritisierten Massenprozess wegen Mitgliedschaft bei und Kooperation mit der ETA zu einer Haftstrafe von 11 Jahren verurteilt. Im Rekursverfahren wurde sie nur noch wegen Kooperation mit der ETA verurteilt und die Strafe auf 6 Jahre und 9 Monate reduziert. 2009 floh die Baskin in die Schweiz. Als Sans-Papiers baute sie sich eine neue Existenz auf, bis sie im April 2016 verhaftet wurde. Im September 2017 wurde Nekane in Zürich freigelassen.

Rednerin an der Schlusskundgebung 2018: Nekane Txapartegi

 

Dienstag, 1. Mai, 14:00 bis 16:00 Uhr, Glaspalast/Kasernenareal, Kanonengasse 20, Zürich
Politische Gefangene: Westliche Demokratien und ihr Umgang mit linkem Widerstand / linken Bewegungen

Podium mit Nekane Txapartegi und Marcel Bosonnet
Politische Gefangene sind eine in Westeuropa gerne verdrängte Realität. Eine echte Demokratie muss sich auch am Umgang mit politisch Andersdenkenden messen. Vor allem in Bezug auf linken Widerstand wird sehr oft, in jeder Hinsicht unverhältnissmässig reagiert. Oft wird es nur zu augenscheinlich, dass ein ideologischer Kampf geführt wird, der die herrschenden Macht-Verhältnisse vor unliebsamer Infragestellung schützen soll.
Ein besonders stossender Fall stellt Nekane Txapartegi dar. 1999 wurde sie im Baskenland verhaftet, gefoltert, vergewaltigt und aufgrund einer erzwungenen Aussage als angebliche Unterstützerin der ETA zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach ihrer Flucht in die Schweiz wurde sie 2016 in Zürich verhaftet und trotz damit verbundenem Verstoss gegen die anti Folterkonvention, 17 Monate in Auslieferungshaft gesteckt. Eine starke Solidaritätsbewegung sorgte dafür, dass „“der Fall““ nicht in der Versenkung verschwand. Damit Spanien und die Schweiz nicht das Gesicht verlieren, wurde in letzter Sekunde eine „Speziallösung“ gefunden, und Nekane aus dem Gefängnis entlassen.

Politische Gefangene – westliche Demokratien und ihr Umgang mit linkem Widerstand / linken Bewegungen